{"id":947,"date":"2023-02-08T12:51:41","date_gmt":"2023-02-08T11:51:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/?p=947"},"modified":"2024-08-19T19:28:59","modified_gmt":"2024-08-19T17:28:59","slug":"wir-waren-selber-fremde-im-land-aegypten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/beitrage\/wir-waren-selber-fremde-im-land-aegypten\/","title":{"rendered":"Wir waren selber Fremde im Land \u00c4gypten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text dieser Parascha bringt mich in eine etwas heikle Situation, da er Gesetze und Regeln \u2013 <em>Mischpatim<\/em> \u2013 mit sich bringt. Nicht, dass ich sie nicht sch\u00e4tze oder Ordnung und Disziplin nicht mag. Kein Wunder, dass ich eine Ausbildung zum Grafikdesigner gemacht habe, der Texte, Farben und Bilder in Ordnung bringt. Aber im Allgemeinen st\u00f6ren mich bestimmte Anwendungen von Gesetzen, wie sie in der Tora vorgeschrieben sind, entweder wegen ihrer Strenge, die Jahrhunderte oder Jahrtausende zur\u00fcckreicht, oder wegen ihres Mangels an Aktualit\u00e4t oder Kontext. Daher bin ich ein treuer Verfechter des unserer Zeit und unseres Augenblicks angemessenen Ansatzes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber gerade dieser Auszug aus der Tora bringt etwas nicht nur sehr Aktuelles, sondern auch Grundlegendes f\u00fcr die Bildung des ethischen Verhaltens des j\u00fcdischen Volkes zu jeder Zeit: den Umgang mit anderen, die sich in einer weniger privilegierten Situation befinden als Du, sei es, weil es so ist, oder weil diese Situation von Dir verursacht wurde. Im Fall der Parascha: Diener und Fremde, Vasallen eines Systems l\u00e4ndlicher und famili\u00e4rer Organisation, das notwendigerweise einige gegen\u00fcber anderen privilegiert. Dies wiederholt sich in der Geschichte der Menschheit in jedem System: Im Sozialismus haben Beamte und die herrschende Schicht oft ein ungleiches Verh\u00e4ltnis zu einer Bev\u00f6lkerung ohne politischen Einfluss; im Kapitalismus diejenigen, die Kapital im Verh\u00e4ltnis zu Arbeitern halten, die gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen; in jedem Machtsystem, in dem einer befehlen kann und eine beherrschende Stellung einnimmt und der andere gehorchen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tora ignoriert dies nicht! Wir lesen in Exodus (<em>Schemot<\/em>, 2. Buch Mose), Kapitel 20, Vers 22: \u201eT\u00e4usche und unterdr\u00fccke keinen Fremden, denn du warst Fremde im Land \u00c4gypten.\u201c Das g\u00f6ttliche Gesetz versteht diese menschliche Struktur der sozialen Organisation, schreibt uns jedoch Gerechtigkeit und Ethik auf, um damit umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin schon seit einiger Zeit damit besch\u00e4ftigt, \u00fcber Unterdr\u00fcckung nachzudenken. F\u00fcr Unterdr\u00fcckung wird in der Thora der Wortstamm \u00ablachatz\u00bb verwendet, der im modernen Hebr\u00e4isch zur Definition von Stress, psychischer Belastung, einem Geisteszustand benutzt wird, einem Zustand, der sowohl psychische als auch Verhaltenskrankheiten verursachen kann \u2013 was heute so allt\u00e4glich ist. Obwohl Stress heute noch nicht vollst\u00e4ndig verstanden ist, hat es zumindest eine gewisse Ber\u00fchmtheit erlangt und wird im popul\u00e4ren Vokabular verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nahe Freunde wissen, wie sehr mich dieses Thema von Unterdr\u00fcckten und Unterdr\u00fcckern besch\u00e4ftigt, insbesondere diejenigen, die mit der j\u00fcdischen Gemeinde verbunden sind. Noch vor dem abscheulichen Angriff der Terrorgruppe Hamas auf die Bev\u00f6lkerung des modernen demokratischen Staates Israel!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meiner Meinung nach haben wir Juden oder zumindest ein Teil von uns beschlossen, unseren unterdr\u00fcckten Status aufzugeben und uns als Unterdr\u00fccker zu verkleiden. Ich sage verkleiden, weil wir es nicht sind! Als historische Minderheit zu jeder Zeit und an jedem Ort sind wir nicht per se Unterdr\u00fccker. Und in unserem Ahnenheimat, wo wir als Mehrheit uns sogar verhalten oder diesen Unterdr\u00fcckerstatus annehmen k\u00f6nnten, werden wir besonders in dieser Parascha und in der Haftara von Jeremia, die an diesem Samstag gelesen wird, daran erinnert, dass wir es nicht sind: dass wir nicht den Fremden unterdr\u00fccken werden, weil Fremden waren wir im Land \u00c4gypten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Haftarah-Lesung f\u00fcr diesen w\u00f6chentlichen Tora-Abschnitt stammt von Jeremia. Die \u00dcbertretung seitens der j\u00fcdischen Elite im K\u00f6nigreich Juda bei der Behandlung ihrer Sklaven, in diesem Fall hebr\u00e4ischer M\u00e4nner und Frauen, ist sehr schwerwiegend. Jeremia fordert in Jerusalem die Freiheit der Sklaven. Durch die physische Befreiung der Sklaven w\u00fcrden diese Israeliten auch ihre eigene moralische Freiheit erlangen. Auf dem H\u00f6hepunkt ihrer \u201eUnterdr\u00fcckerverkleidung&#187; befreit die Elite die Sklaven, um ihre Haut zu retten, versklavt sie aber sofort danach, wenn sie sich gerettet f\u00fchlen. Und so verursachen sie die moralische und physische Niederlage des Reiches Juda.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Parascha bringt die <em>Schalosch Regalim<\/em>, die drei grossen Feste der zuk\u00fcnftigen Pilgerfahrt, in Ex. 23:14: \u201eDreimal im Jahr werdet ihr ein Fest f\u00fcr mich veranstalten: 15) feiert das Fest der unges\u00e4uerten Brote \u2013 <em>Chag Hamatzot<\/em>\u201c; 16) \u201eund das Fest der Ernte, der ersten Fr\u00fcchte seiner Arbeit \u2013 <em>Chag Hakatzir Bikurei<\/em>\u201c, das zu <em>Schawuot<\/em> wurde; \u201eund das Erntefest am Ende des Jahres\u201c, das <em>Sukot<\/em> sein wird. Von dieser Parascha an, mit der Erw\u00e4hnung von Pessach, Chag Hamatzot, beginnen wir, uns auf die Feier der Freiheit vorzubereiten. Aber die Botschaft ist klar im Ex. 23:9: \u201eUnterdr\u00fccke keinen Fremden, denn du kennst die Gef\u00fchle des Fremden, denn du selbst warst Fremde im Land \u00c4gypten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Thema der Unterdr\u00fcckten und Unterdr\u00fccker hat nichts mit der Rolle des Opfers oder Henkers zu tun, noch weniger mit einer expliziten Situation der Unterdr\u00fcckung. Sondern der Zustand, sich als unterdr\u00fcckte Person zu identifizieren und so Empathie f\u00fcr andere unterdr\u00fcckte Menschen zu entwickeln und sie mit W\u00fcrde und aus der Perspektive der Ethik zu behandeln. Wie Gott uns in dieser Parascha befiehlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte sich fragen, ob es schon gereicht hat, zu den Unterdr\u00fcckten zu geh\u00f6ren. Das glaube ich eben nicht. Sich selbst als jemand zu verstehen, der in \u00c4gypten unterdr\u00fcckt und dann befreit wurde, bedeutet nicht, dass das eigene Schicksal darin besteht, versklavt, misshandelt oder getadelt zu werden. In derselben Parascha lesen wir unz\u00e4hlige Gesetze (Mishpatim) dar\u00fcber, wie man den Sklaven oder denjenigen, der da ist, um uns zu dienen, behandeln und mit ihm umgehen muss. Der Text ist klar, vor allem f\u00fcr diejenigen, denen es wichtig ist, sich an die W\u00f6rtlichkeit des Bibeltextes zu halten: \u201eT\u00e4usche und unterdr\u00fccke keinen Fremden, denn du warst Fremde im Land \u00c4gypten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterdr\u00fcckt zu sein ist eine Haltung. Die Unterdr\u00fcckten zeigen Mitgef\u00fchl gegen\u00fcber anderen Unterdr\u00fcckten, der Unterdr\u00fccker ist dies im Allgemeinen nicht. Pessach ist kein Familienessen, bei dem wir einen Sieg feiern. Der Sieg liegt nicht bei euch, Jude oder J\u00fcdin! Es war Gott, der Dich aus \u00c4gypten gef\u00fchrt hat, und jedes Mal, wenn wir Kiddusch rezitieren, werden wir daran erinnert. Und Er erinnert uns immer daran, dass wir Sklaven in \u00c4gypten waren und wir, besonders an Pessach, gezwungen sind, uns so zu f\u00fchlen, als w\u00e4ren wir selbst aus \u00c4gypten befreit worden. Empathie oder Mitgef\u00fchl sind f\u00fcr Dich im Judentum keine Option, weder aus Mitleid noch aus Interesse: Es ist eine Verpflichtung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moses wurde als \u00e4gyptischer Prinz erzogen, doch als er sieht, wie ein hebr\u00e4ischer Sklave ausgepeitscht wird, wird er wieder mit der eigenen unterdr\u00fcckten Situation konfrontiert. Nicht nur sympathisiert er mit den Unterdr\u00fcckten, er identifiziert sich als der Unterdr\u00fcckte. Die Tora will nicht, dass wir unterdr\u00fcckt werden. Gott garantiert, dass unsere Feinde Seine Feinde sein werden und dass wir durch Sein Eingreifen Kriege gewinnen und Frieden haben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00f6nnte das aber bedeutet, dass Israel sich nicht mit milit\u00e4rischen Bewegungen im Gazastreifen verteidigen sollte? Im Geringsten ist das nicht der Fall, denn Israel muss seine B\u00fcrger verteidigen. Denn Israel ist das Land dieser Menschen, der Entf\u00fchrten. Wenn die Hamas die Israelis befreien liesse, wie sie es mit den Brasilianern, Briten, Filipinos, Schweizern oder Franzosen getan hat, w\u00e4ren wir nicht auf diesem Niveau der Milit\u00e4roffensive. Aber den Israelis wird dieser Luxus der Freiheit nicht gew\u00e4hrt. Und sie haben nur Israel, das versucht, sie zu befreien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich lese, dass es j\u00fcdische M\u00e4nner und Frauen in einem Zustand der Vernachl\u00e4ssigung gibt, wenn ich lese, dass Schoah-\u00dcberlebende in Israel in Armut leben, oder wenn ich erlebe, dass unsere j\u00fcdische Elite, ob in Brasilien oder anderswo auf der Welt, keinerlei Verpflichtung hat an unsere eigenen Leidenden frage ich mich: Verstehen sie, dass Matza kein unges\u00e4uertes Brot ist, sondern das Brot der Leidenden? Dass diejenigen, die den Segen sprechen und dieses Brot essen, sich auch wie aus \u00c4gypten befreit f\u00fchlen m\u00fcssen? Dass sie nichts weiter sind als unterdr\u00fcckte Menschen, denen materieller Wohlstand zuteilwird, und dass sie Mitleid mit anderen leidenden und unterdr\u00fcckten Menschen haben sollten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lekt\u00fcre der Haftara von Jeremia oder sogar des gesamten Buches kann aufschlussreich sein. Wir leben nicht mehr im Zeitalter der Richter und Propheten. Mit der Demokratisierung von Informationen und unserem immer einfacheren und oft kompromisslosen Zugang zu Wissen \u00fcberspringen wir die Phase der Ausarbeitung, Unterscheidung, des Lernens und damit des Filters. Und viele von uns halten an minderwertigen Nachrichten und einfachen Wegen fest, was zwangsl\u00e4ufig zu leichtfertigem Verhalten f\u00fchrt. Aber die Tora ist da, ebenso wie ihre unendlichen Interpretationen, Kommentare und Reflexionen. Wenn diejenigen, die sich nur daran erinnern k\u00f6nnen, diese Parascha gelesen zu haben, zum Beispiel den Abschnitt, der das Kochen eines Geissleins in der eigenen Muttermilch verbietet, und nicht verstehen, dass es sich dabei nur um Stroganoff handelt, dann ist es an der Zeit, alles noch einmal zu lesen. Die Chance gibt es jedes Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die sehr interessante Diskussion der letzten Woche betrifft, erweckt durch das Referat unseres emeritierten Germano Fraifeld, verstehe ich, dass die Diaspora uns \u00fcberall wieder in die Position des Fremden zur\u00fcckversetzt hat. Und dass diese Position den europ\u00e4ischen und arabischen nationalistischen Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert immer unangenehmer wurde. Und dass die Gesellschaft uns im Allgemeinen \u00fcberzeugt und uns als den internationalen Ausl\u00e4nder eingestuft hat \u2013 eine Bedrohung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich glaube, dass wir, die das Privileg haben, diese Botschaft \u201eUnterdr\u00fcckt keinen Fremden, denn ihr kennt die Gef\u00fchle des Fremden, da ihr selbst Fremde im Land \u00c4gypten wart\u201c jedes Jahr erneut zu lesen und uns von ihr leiten zu lassen, eine moralische Verpflichtung haben, zu agieren. Als Licht unter den V\u00f6lkern d\u00fcrfen wir diese Situation nicht mit politischer Arroganz, toxischem Machismo oder extremem Diskurs angehen. Wir waren Fremde und haben den Talmud verfasst. Wir waren Fremde und gl\u00e4nzten im Goldenen Zeitalter in Spanien. Wir waren Fremde und haben Europa mit Kunst, Kultur, Architektur beleuchtet. Und in dieser Lage als Fremde verwirklichten wir den Traum von unserem Ahnenheimat Israel. Das ist es, was ich sowohl als Einheimischer als auch als Fremder glauben m\u00f6chte!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Text dieser Parascha bringt mich in eine etwas heikle Situation, da er Gesetze und Regeln \u2013 Mischpatim \u2013 mit sich bringt. Nicht, dass ich sie nicht sch\u00e4tze oder Ordnung und Disziplin nicht mag. Kein Wunder, dass ich eine Ausbildung zum Grafikdesigner gemacht habe, der Texte, Farben und Bilder in Ordnung bringt. Aber im Allgemeinen st\u00f6ren mich bestimmte Anwendungen von Gesetzen, wie sie in der Tora vorgeschrieben sind, entweder wegen ihrer Strenge, die Jahrhunderte oder Jahrtausende zur\u00fcckreicht, oder wegen ihres Mangels an Aktualit\u00e4t oder Kontext. Daher bin ich ein treuer Verfechter des unserer Zeit und unseres Augenblicks angemessenen Ansatzes. Aber gerade dieser Auszug aus der Tora bringt etwas nicht nur sehr Aktuelles, sondern auch Grundlegendes f\u00fcr die Bildung des ethischen Verhaltens des j\u00fcdischen Volkes zu jeder Zeit: den Umgang mit anderen, die sich in einer weniger privilegierten Situation befinden als Du, sei es, weil es so ist, oder weil diese&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":941,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[134,158,120,142,154],"class_list":["post-947","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-beitrage","tag-juedische-ethik","tag-juedische-feiertage","tag-juedische-lehre","tag-juedisches-gesetz","tag-schoah"],"acf":{"photo_gallery":{"slideshow":[[{"id":944,"title":"idosa_abandono","caption":"Niedriges Einkommen gef\u00e4hrdet die Rechte \u00e4lterer Menschen","full_image_url":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono.webp","thumbnail_image_url":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-150x150.webp","large_srcset":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono.webp 946w, https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-300x200.webp 300w, https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-768x511.webp 768w","medium_srcset":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-300x200.webp 300w, https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-768x511.webp 768w, https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono.webp 946w","media_details":{"width":946,"height":630,"sizes":{"medium":{"file":"idosa_abandono-300x200.webp","width":300,"height":200,"mime-type":"image\/webp","filesize":9350,"source_url":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-300x200.webp"},"thumbnail":{"file":"idosa_abandono-150x150.webp","width":150,"height":150,"mime-type":"image\/webp","filesize":4786,"source_url":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-150x150.webp"},"medium_large":{"file":"idosa_abandono-768x511.webp","width":768,"height":511,"mime-type":"image\/webp","filesize":33060,"source_url":"https:\/\/www.heritageandhistory.ch\/site\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/idosa_abandono-768x511.webp"}}},"alt_text":"","url":"","target":""},{"id":956,"title":"criancas escravas","caption":"50 Millionen Menschen sind in der \u201emodernen Sklaverei\u201c gefangen. 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